Wie es zu der Geschichte kam:

 

„Seine Freude in der Freude des anderen finden zu können,

das ist das Geheimnis des Glücks.“

Mit diesem Gedanken hat alles angefangen. Über viele Jahre hinweg habe ich mich selber als Osterhase oder/und Nikolaus beschäftigt. Immer wieder konnte ich mir neue Kleinigkeiten ausdenken und sie basteln, mit denen ich den lieben Menschen um mich herum eine Freude machen wollte. In der Osternacht, bzw am Nikolausabend habe ich dann alles in mein Auto gepackt und es heimlich an die Haustüren gestellt. Was mir zu Ohren kam, dass es wirklich auch für erstaunte Gesichter sorgte. Weil ich damit im laufe der Zeit immer „neue“ Freunde überraschte, die nicht gleich erahnten woher das Geschenk kam. Die Nachbarn haben alles abgestritten. Einfach schön!

Und so kam es, dass mir die Nacht nicht mehr zum ausfahren reichte, es waren einfach zu viele Menschen und die Wege wurden immer weiter. Doch aufgeben wollte ich meinen schönen Brauch auch nicht.

So blieb mir nur das verschicken mit der Post, was aber für die gebastelten Sachen sehr teuer geworden wäre. Ein Brief, das schien mir angemessen und so begann die Geschichte. Mit den Jahren wurden die Stimmen der kleinen und großen Leser immer lauter. „Nicht aufhören!“ und „Wann kommt das Buch heraus?!“

Und so möchte ich es nun versuchen und mit noch mehr Menschen meine „etwas andere Geschichte“ teilen.

Meinem Mann und meinen Kindern möchte ich auf diesem Wege ganz besonders herzlich Danken, für ihre Unterstützung und ihren Glauben an mich. Ohne sie wäre es nicht möglich.

 

 

Aus dem Buch:

 

 

Kurz vor Ostern (1)

Es war ein beschwerlicher Winter für den kleinen Hasen gewesen. Er hatte etliche Male den Eingang zu seinem Bau von den Schneemassen befreit. Viele Körbe voll Feuerholz hatte er dann dort hineingeschleppt.
„Wenn es doch nur wieder wärmer werden würde!“, so hatte er schon oft sehnsüchtig an dem kleinen etwas vereisten Fensterchen gestanden.
Als vor vielen, vielen, vielen Wochen der Winter mit seiner weißen Pracht Einzug gehalten hatte, da war es jeden Tag eine Freude gewesen am Fenster zu stehen und den übermütigen Kindern beim Spiel im Schnee zuzusehen. Nur zu gerne wäre er auch einmal auf dieses komische Holzgestell gesessen und auch den Hügel mit fest angelegten Ohren herunter gebrettert.
Nun aber waren sie eigentlich schon lange nicht mehr hier aufgetaucht. -Eigentlich!
Wenn da nicht gestern eine ganze Familie gewesen wäre. Diesmal hatten sie auch ein Holzgestell dabei, welches aber Räder hatte. Sie lehnten es an den Baum, der ganz nahe bei seinem Bau stand und waren mit einem kreisrunden Ei, viel größer als das größte Osterei das er je gesehen hatte, auf die immer grüner werdende Wiese gelaufen.
Was hatte er doch für Augen gemacht, als er sah, was sie nun mit dem Ei anstellten. Die schlugen mit voller Kraft und dann auch noch mit dem Fuß auf das Ei – und, und es ging nicht einmal kaputt dabei. Im ersten Moment wollte er hinauslaufen und- aber was sollte er tun. Er wusste doch, wie leicht die Schale von einem Osterei aufspringt, und dann war die ganze Herrlichkeit dahin und nichts mehr zu retten.
Denn er wusste, wie viel man üben musste, bis einem die Arbeit des Eier bemalens fließend von der Hand ging, ohne, dass die Hälfte nicht mehr zu gebrauchen war.
Und wenn er sich in seiner Werkstatt so umschaut, da war er richtig stolz, denn es dürfte bald die Hälfte der gesamten Ostereiermenge für dieses Jahr, fertig sein.
Mittlerweile hatte er Mühe, die fertigen Exemplare noch irgendwo, irgendwie unterzubringen.
Er durfte gar nicht daran denken, wie er sie alle verteilen sollte.
Sein Blick wanderte wieder hinaus und blieb an diesem fahrbaren Holzgestell hängen. Da kam ihm eine Idee, wenn er so ein Ding hätte, dann wären alle seine Probleme gelöst.
Wie aber konnte er es bloß anstellen?
-Plötzlich entdeckte er etwas sehr seltsames! Saß da nicht ein kleines Wesen. In einem leuchtenden und funkelnden Kleidchen? Als sei es aus Gold und Silber und das Sonnenlicht würde auf den Farben ein Freudentänzchen veranstalten.
Doch nicht ein einziger Sonnenstrahl schien dort durch das immer dichter werdende Laubdach. Das Wesen funkelte ganz von alleine so geheimnisvoll.
Der Hase rieb sich nun doch die Augen, dann sah er schnell wieder hinaus. Das war kein Mensch, es war viel zu klein, aber ein Hase war es auch nicht. Es hatte keine langen Ohren.
Was war das? Es sah aus wie ein Kränzchen, ja, auf dem krausen Fell des kleinen Kerlchens war ein Kränzchen. Komisch, so etwas hatte er noch nie gesehen. Sollte er sich hinaus wagen und versuchen mit ihm zu reden? Würde er ihn verstehen?
Vorsichtig ging er zum Höhleneingang und schnupperte erst einmal in alle Richtungen, dann trat er einen Schritt hinaus. Und schon war das kleine Irgendwer verschwunden!
So ein Mist, das hatte er doch nicht gewollt! Was sollte er machen? Er traute sich, nachdem er nun schon so weit war, etwas näher. Nichts und niemand war zu sehen.
So machte sich der Hase einfach daran, dieses hölzerne Gefährt etwas näher zu begutachten.
 „Hast Du eine Ahnung, für was dieses Ding hier zu gebrauchen ist?“, fragte der kleine Kerl und setzte sich –schwupdiwup- hinein.
„Du musst wissen, ich bin ein kleines Helferlein. Mein Name ist Filius! Und manche sagen auch Engel zu mir. Wobei ich dafür fast noch etwas zu klein bin“, so sprudelte es nur so aus dem mit ganz roten Backen fast glühenden Gesichtchen. Dem kleinen Hasen aber standen Mäulchen und Augen auf, so hatte er sich erschrocken. Seine Augen wanderten unentwegt zwischen Holzgestell und dem kleinen Wesen hin und her.
Irgendwann hatte er sich wieder gefasst und entgegnete: „Leider weiß ich  auch nicht, was das Ding hier genau ist, und ich weiß auch nicht wie diese Menschen es nennen. Aber ich habe da ein Problem und dieses Ding hier wäre meine Rettung!“, die Ohren des kleinen Hasen wackelten ganz aufgeregt.
In diesem Moment kam eines der Kinder auf sie zu gerannt, und rief: „ Mama, Mama, sieh nur, ein Hase!“, das war das Signal! Der kleine Hase und Filius waren mit drei Sätzen verschwunden. Jeder in eine andere Richtung.
Im dunklen Dickicht hatte der Hase Unterschlupf gefunden, und der kleine Engel saß ganz versteckt, oben im Baum.
Das dauerte, bis  die Luft endlich wieder frei war. Der Junge hatte es irgendwann aufgegeben zu suchen.  Auf die Bitte der Mutter hatte er das fahrbare Etwas auf die große Wiese gezogen.
Dort wurden dann die Kinder samt Riesen-Osterei hineingepackt und davongezogen. Der kleine Junge aber konnte seinen Blick nicht vom Waldrand abwenden. Erst als er ganz sicher verschwunden war trat der kleine Hase aus seinem Versteck, und rief nach Filius.
Der schwebte in einer Art und Weise vom Baum, dass dem Hasen glatt die Spucke weg blieb!
„Komisch, so jemanden wie dich hab ich noch nie gesehen!“, er musste immerzu den Kopf schütteln, so dass die Ohren nur so durch die Luft wirbelten.
„Das ist nichts besonderes, weil ich ja ein Engel bin!“, sagte Filius. „Nun aber zu unserem Problem zurück. Ich muss jetzt leider weg, hätte aber morgen noch mal vorbei geschaut. Könnten wir da nicht  in Ruhe über alles reden Herr…?“
Jetzt fiel es auch dem kleinen Hasen auf, dass er sich noch nicht vorgestellt hatte. „Oh, das tut mir leid, wie konnte ich nur, es war einfach alles so aufregend! Darf ich mich vorstellen, Hans Hase! Osterhase!“ „Also gut Hans, dann sehen wir uns morgen, hier am Baum?!“, schlug Filius vor.
„Ich hätte da einen bessern Vorschlag, mein Bau ist dort drüben, siehst du? Und wenn du mich da besuchen kommst, dann kann ich dir mein Problem vor Ort zeigen“, purzelte es aus Hans heraus. Der Engel willigte ein und war auch schon verschwunden.

An diesem Abend malten sich die Eier fast von selbst. Und der Hase schlief total erschöpft ein.
Ja, und das war nun gestern gewesen! Heute ist der Hase in aller Frühe auf den Pfoten, und hat in Windeseile angefangen, etwas Ordnung zu schaffen. Nun sitzt er da, vor sich den Tisch hübsch gedeckt und wartet. `Wie lange würde sein neuer Freund auf sich warten lassen! ´ Hans war so ungeduldig und so aufgeregt.
Dann holt er Farben und Eier und malt, weil er hofft, die Zeit würde so schneller vergehen.
Als er wieder auf sieht, hätte er fast laut aufgeschrien. Hockt ihm doch dieser Filius auf einmal gegenüber und schaut ihm ganz verzückt beim Malen zu.
„Wo kommst du denn her? Ich habe dich gar nicht hereinkommen gehört!“, stammelt der kleine Hase und versucht das Zittern seiner Pfoten in den Griff zu bekommen. Vorerst konnte er sich das Weitermalen ins Fell schmieren, so wie ihm heiß und kalt war.
Filius dagegen lehnt sich ganz gelassen zurück und lässt seinen Blick langsam umherschweifen. „So schön hab ich mir das nicht vorgestellt! Es ist umwerfend, was ihr Osterhasen da zaubert! Ich kann mich an den Farben und allem gar nicht satt sehen. Es ist, als stünden wir mitten im schönsten Regenbogen! Ich bin begeistert!“, schwärmt der kleine Engel. „Sag, du musst doch der Beste Osterhasen-Eier-Bemaler von euch allen sein?! Wie hast du das nur hingekriegt? Wie lange hast du dafür gebraucht?“ Der kleine Hase wird ganz verlegen und seine Barthaare fangen nun auch noch an zu zittern.
„Ich glaube, du siehst das falsch! Ich bin doch nur ein kleiner Hase und eigentlich übe ich auch noch, - irgendwie, oder, aber, - auf jeden Fall, das finde ich auch, dass sie gar nicht so schlecht geworden sind!“ Jetzt sitzt er auf einmal ganz fest und sicher auf seinem Hocker, denn wenn er ehrlich war, hatten ihm diese Komplimente eben, sehr gut getan.
„Nun aber mal richtig zur Sache!“, räuspert sich der kleine Gast, „Wo liegt nun das Problem? Ich sehe keines!“  „ Na wie soll ich denn die ganzen Eier verteilen? Ich kann doch nicht hexen oder zaubern, oder all so was!“, der Hase Hans ist ganz aufgeregt. „ Und da hab ich dann gestern dieses Ding dort draußen gesehen! Da dachte ich, das wäre vielleicht die Lösung meiner Probleme. Nur wie komme ich an so ein Holzgestell?“

 

 

 

 

 
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